24 Nov 2009

14-jähriger wegen „Killerspiel-Sucht“ in psychiatrischer Behandlung

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Der 14-jährige Rolf H. aus N. befindet sich seit gestern in der

psychiatrischen Klinik Zerckendorf. Gutachter stellten bei ihm eine

Sozialstörung fest, die umgangssprachlich mit „Killerspiel-Sucht“

bezeichnet wird.

Auffällig wurde der Jugendliche, weil er sich regelmäßig mit mehreren

Freunden in einem nahe gelegenen Waldstück zum Spiel traff. Die

Gruppe, so wurde später ermittelt, teilte sich dann in zwei

Spielgruppen auf mit den seltsamen anmutendenden Bezeichnungen

„Räuber“ und „Gendarm“. Das Spiel bestand nun einzig und allein

daraus, sich zu verstecken und dann zu suchen und zu fangen

beziehungsweise dem zu entgehen.

Rolf H. und seine Kameraden benutzten dabei auch umherliegendes

Gehölz zur Simulation von Waffen, was die Sozialarbeiter der Stadt

als besonders bedenklich einstuften. Mehrfache Aufklärungsgespräche

und Bitten, sich doch bitte altersgerecht im Schutze des eigenen

Elternhauses ohne Gefahr einer Verletzung wieder virtuell zu jagen,

blieben ohne Gehör. Auch das kostenlose Verteilen von Vollversionen

des Computerspiels „Counter Strike Source“ unter den Heranwachsenden

blieb ohne Erfolg.

Die Situation eskalierte, als Rolf H. eine im Hobbykeller seines

Vaters selbst gebastelte Holzimmitation einer Handfeuerwaffe mit zum

Spielort brachte. Die Waffe, so der zuständige Sachbearbeiter der

Stadt Herr Wolter, war der Art realitätsnah nachempfunden und die

Reaktion der Spielkameraden zu begeistert, als das man hier hätte

nicht einschreiten müssen.

„Wir haben es hier mit einer klassischen Jugendbande zu tun“ so

Wolter der ZN gegenüber. „Wenn wir hier nicht eingeschritten wären,

so ist davon auszugehen, dass die Jugendlichen früher oder später

vandalierend durch die Hinterhöfe gezogen wären.“ Auch ein Amoklauf

eines der Jugendlichen an Schule oder Ausbildungsplatz sei nicht

völlig auszuschließen gewesen und man sei froh, den Anführer nun auf

die richtige Bahn lenken zu können.

Die anderen Jugendlichen befinden sich derzeit in ihren

Elternhäusers, wo die Stadt Zerckendorf mit geschulten

Traumapsycholgen behilflich ist, das Erfahrene zu verarbeiten.